{"id":1242,"date":"2023-04-17T14:48:47","date_gmt":"2023-04-17T12:48:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/?page_id=1242"},"modified":"2023-04-17T14:49:33","modified_gmt":"2023-04-17T12:49:33","slug":"produkte-und-konsument-innen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/be-co\/wissenschaftliche-arbeiten\/fachspezifische-arbeiten-be-co\/produkte-und-konsument-innen\/","title":{"rendered":"Produkte und Konsument*Innen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><em><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Der sozialwissenschaftliche Zugang zum Thema Konsum\/Produkt<\/mark><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:18px\"><strong>von Verena Gr\u00fcnwald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Einf\u00fchrung<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Konsum hat heute nur noch zu einem geringen Teil mit der Befriedigung lebensnotwendiger Bed\u00fcrfnisse zu tun, da die G\u00fcter und ihr Konsum eher f\u00fcr einen Ausdruck gesellschaftlicher Ambition und Mobilit\u00e4t stehen; sie symbolisieren damit neue Ausdrucksm\u00f6glichkeiten und Lebensstile<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Doch was verstehen wir eigentlich unter Konsum und welche Bedeutung hat er wirklich auf unser t\u00e4gliches Leben und Sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Kapitel soll Konsum als Begriff n\u00e4her beleuchtet werden, danach folgt eine \u00dcbersicht \u00fcber die Entstehung der Konsumgesellschaft und der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der Konsumsoziologie. Was \u201esozial\u201c ist am Konsum, wird in Kapitel vier behandelt, wobei die drei wichtigsten Richtungen ausf\u00fchrlicher beleuchtet werden. In Kapitel f\u00fcnf wird Konsumverhalten am Beispiel Ern\u00e4hrung n\u00e4her betrachtet. Das letzte Kapitel besch\u00e4ftigt sich dann mit dem nachhaltigen Konsum.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Was ist Konsum \u2013 eine Begriffserkl\u00e4rung<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der, noch immer g\u00e4ngigen, klassisch \u00f6konomischen Begriffsdefinition der Wirtschaftswissenschaften der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wird unter \u201eKonsum\u201c die Auswahl, der Kauf, sowie Ge- und Verbrauch von G\u00fctern und Dienstleistungen verstanden<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Diese Verhaltensweise ist auf das Erlangen und die private Nutzung wirtschaftlicher G\u00fcter und Dienstleistungen durch den Konsumenten bzw. den Haushalt ausgerichtet, die dabei die Bereiche<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Entstehung, Reflexion und Feststellung von Bed\u00fcrfnissen<\/li><li>Wahl und Gewichtung bez\u00fcglich Beschaffung und Nutzung<\/li><li>Suche und Auswertung von Informationen inklusive Entscheidung<\/li><li>Beschaffung bzw. der Kauf an sich<\/li><li>Gebrauch, Verbrauch, Nutzung als eigentlicher Konsum<\/li><li>Unterschiedliche M\u00f6glichkeiten der Entsorgung<\/li><li>Weichenstellung f\u00fcr Bedarf in der Zukunft<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>im Konsumvorgang implizieren<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im wirtschaftlichen Sinne werden G\u00fcter und Dienstleistungen \u00fcber den Markt erworben, auf dem sich Produzenten und Konsumenten gegen\u00fcber stehen, die sich \u00fcber Handel, Marketing und Werbung\/Produktkommunikation austauschen<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>; gleichzeitig sind in diesem Begriff jedoch auch alle Empfindungen, Diskurse und Verhaltensweisen mit einbezogen, die mit den jeweiligen G\u00fctern und Dienstleistungen in Zusammenhang stehen<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird aufgezeigt, dass es beim Konsumieren nicht nur um den blo\u00dfen Kaufakt an sich geht, sondern es sich dabei um unterschiedliche Formen des Umgang mit und der Nutzung von Konsumg\u00fctern handelt<a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Die Entstehung der Konsumgesellschaft<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In fr\u00fcheren Zeiten dienten Waren fast ausschlie\u00dflich zur Sicherung der Existenz und wurden haupts\u00e4chlich selbst hergestellt. Erst durch den beginnenden Zerfall der St\u00e4ndegesellschaft und einer Verbesserung der \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse kam es zu einer rasch wachsenden Nachfrage nach Waren, die am Anfang nur dem Adel und dem Gro\u00dfb\u00fcrgertum zug\u00e4nglich waren<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Durch die ersten Formen einer sich entwickelnden \u201eKonsumgesellschaft\u201c, die \u2013 je nach Fokus \u2013 im England des 17. \/ 18. Jahrhunderts, in den Niederlanden des 17. Jahrhundert oder im Florenz zur Zeit der Renaissance ausgemacht werden k\u00f6nnen, hatten G\u00fcter und Dienstleistungen nicht mehr die reine (lebens)notwendige Bed\u00fcrfnisbefriedigung als Aufgabe, sondern bekamen eine mit Annehmlichkeiten und Luxus verbundene Bedeutung<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, was sich auch an der Orientierung der niedrigeren Schichten am Konsumverhalten der jeweils h\u00f6heren Schicht ablesen l\u00e4sst. Dadurch kam es auch zu einer markanten Ver\u00e4nderung vor allem in kultureller Hinsicht<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a>. Wiswede<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> unterscheidet folgende Entwicklungsphasen bei der Konsumgesinnung:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>die Traditionskultur: die vorindustrielle Tradition des Konsums ist durch religi\u00f6se Gebote sanktioniert; an der tradierten Lebensf\u00fchrung werden kaum \u00c4nderungen vorgenommen; das Konsumverhalten wird von den Vorv\u00e4tern \u00fcbernommen<\/li><li>die Arbeitskultur: durch den calvinistischen Puritanismus und den lutherischen Pietismus wurde der Kapitalismus mitbedingt; Arbeit wird zum Lebensmittelpunkt; Konsum, Vergn\u00fcgen, Spiel ist verwerflich; es kommt jedoch zu einer starken Einschn\u00fcrung des Konsums; Produktion kann nur durch G\u00fcteraussto\u00df abgebaut werden<\/li><li>die Konsumkultur: im Sp\u00e4tkapitalismus ist Konsumaskese keine treibende Kraft mehr; es kommt zu einem ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnis von Arbeitszeit und Freizeit; Massenkonsum entwickelt sich; Konsumg\u00fcter sind f\u00fcr viele oder gar alle erreichbar<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Soziologisch sind zwei Sachverhalte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Konsumgesellschaft von Bedeutung: Einerseits eine rasch wachsende Konsumnachfrage, die durch einen stark expandierenden, auch \u00fcberseeischen, Handel zu befriedigen versucht wurde und andererseits entstand die Konsumnachfrage durch steigende Anspr\u00fcche und ver\u00e4nderte Einstellungen in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung, und nicht als Reaktion auf ein rasch wachsendes Warenangebot<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Die Entwicklung der Konsumsoziologie<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Bedeutung des Themas \u201eKonsum\u201c f\u00fcr Gesellschaft und Individuum, hat sich die Soziologie wenig damit befasst<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, und stellt einen bisher nur m\u00e4\u00dfig bearbeitenden und schwach integrierten Forschungsbereich dar. Hier die wichtigsten Entwicklungslinien, kurz zusammengefasst:<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>50er Jahre: es entstehen historisch-morphologische Analysen der Wohlstandsgesellschaft, deren Nachteil ihr Feuilleton-Charakter sowie ihr sozialkritischer Einschlag sind<\/li><li>60er Jahre: die Rubrik \u201esoziokulturelle Determinanten des Konsumverhaltens\u201c taucht auf; die hier vorgelegten Arbeiten sind empirisch gehaltvoll, jedoch an pragmatischen Themenstellungen des Marketings orientiert und bleiben damit eingegrenzt und auch von einseitigen Erkenntnisinteressen geleitet<\/li><li>70er Jahre: in Deutschland kommt es zu einer kurzfristigen Bl\u00fcte der Konsumsoziologie; die entstandenen Arbeiten bleiben jedoch weitgehend folgenlos und begr\u00fcnden keinen eigenst\u00e4ndigen soziologischen Forschungsbereich<\/li><li>80er und 90er Jahre: es kommt zu einem Wiederaufleben konsumsoziologischer Themen in Zusammenhang mit der Lebensstil-Forschung; der Begriff der Konsumkultur erlebt eine zweite Bl\u00fcte; Ann\u00e4herungen zur Konsumsoziologie sind insofern gegeben, als das Lebensstilkonzept von vielen Soziologen im Wesentlichen \u00fcber Konsumstile definiert wird<a href=\"#_ftn14\" id=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Nach Eder<a id=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> hat sich die neue Konsumforschung ganz der symbolischen Bedeutungs- und Sinngebung des Kaufens, Gebrauchens und Verbrauchens von G\u00fctern und Dienstleistungen verschrieben, wobei die Untersuchungsschwerpunkte auf den sozialen und technischen Einrichtungen und den Handlungs- und Konfliktformen zwischen Menschen und deren Werten und Normen liegen. Damit r\u00fcckt die elementare Frage nach den Motiven und Antrieben des Konsumierens in den Mittelpunkt r\u00fcckt<a id=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Das \u201eSoziale\u201c am Konsum<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Konsumieren ist eine soziale Handlung und eine soziale Kommunikation, die entweder vom Individuum auf sich selbst bezogen wird \u2013 hier vor allem auf die Erlangung oder Sicherung personaler Identit\u00e4t, Selbsterh\u00f6hung sowie auf Erleben und Genuss \u2013 oder auf andere gerichtet ist. Konsumg\u00fcter werden damit zu Symbolen, die verschiedene Funktionen haben<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\">[17]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>So kann zum Beispiel mit Produkten kommuniziert, aber auch \u2013 durch ihre Wahl und Kombination \u2013 eine Bedeutung ausgedr\u00fcckt werden, die von allen Gesellschaftsteilnehmern verstanden wird. Produkte, als ein Teil der materiellen Objekte unserer Kultur, werden den ganzen Tag \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 entschl\u00fcsselt. Dies ist jedoch nur m\u00f6glich, weil diese Objekte in Feldern existieren, die verschiedene Wahlm\u00f6glichkeiten zulassen. Wenn ein bestimmtes Produkt aus einer F\u00fclle von \u00e4hnlichen Produkten gew\u00e4hlt wird, wird mit dieser Wahl eine bestimmte Bedeutung \u2013 gleich, ob bewusst oder unbewusst &#8211; \u00fcbermittelt. Es handelt sich dabei um einen Prozess, der konstitutiv f\u00fcr das soziale und kulturelle Wesen Mensch steht<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Zu den Funktionen von Produkten werden unter anderem die expressive, die distinktive, die soziale, die normative und die \u00e4sthetische Funktion gez\u00e4hlt. Mit diesen Funktionen ist es dem Menschen m\u00f6glich etwas \u00fcber sich auszusagen, sich von anderen Mitgliedern seiner Rollengruppe abzugrenzen, Verbindungen und Beziehungen zu vertiefen, nach gesellschaftlichen Regeln und Ritualen vorzugehen und etwas Sch\u00f6nes \u2013 im Falle von Konsumg\u00fctern \u2013 zu erwerben<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\">[19]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit dienen Konsumg\u00fcter zur sozialen Formung, wobei Konsumverhalten und Konsummuster durch soziale Bedingungen und Einflussgr\u00f6\u00dfen ausgebildet und dadurch zu einem Ausdruck einer sozialen Pr\u00e4gung werden, die f\u00fcr sozio-kulturelle Strukturbedingungen und Wertvorstellungen als typisch angesehen werden. Zum anderen wird durch das Konsumverhalten eine soziale Ausrichtung deutlich, das sich auf andere Personen und ihren Reaktionen ausrichtet und sich in seinem Ablauf komparativ und normativ daran orientiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird der gesellschaftliche Charakter von Konsumg\u00fctern deutlich, der sich je nach Kulturen und Gesellschaften als auch in verschiedenen historischen Zeitspannen unterscheidet<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\">[20]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Richtungen sollen in dieser Arbeit n\u00e4her beleuchtet werden: Konsum und Lebensstil, Konsum und Sozialstruktur sowie Konsum und Wertewandel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsum und Lebensstile<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als eine Definition von \u201eLebensstilen\u201c hat Zapf u.a.<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\">[21]<\/a> vorgeschlagen, darunter \u201erelativ stabile [\u2026] Muster der Organisation des Alltags im Rahmen gegebener Lebenslagen, verf\u00fcgbarer Ressourcen und getroffener Lebensplanung\u201c <a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a> zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der 70er Jahre begann in den USA eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Konzept der Lebensstile, in deren Mittelpunkt die Identifizierung von Alterskohorten standen, die sich durch unterschiedliche Verhaltensweisen auszeichneten. Jedoch wurde es umso schwieriger die vielen Beobachtungen auf einen gemeinsamen Kern zur\u00fcckzuf\u00fchren, je weiter sich das Indikatorenspektrum ausdehnte. Heute liegen eine F\u00fclle von Beschreibungen vor, die sich in ihrem Anspruch und in ihrer Zielgruppenorientierung unterscheiden. Zwei wichtige Vertreter sollen als Beispiele herausgegriffen werden, die erhebliche Auswirkung auf der Lebensstil- und Konsumforschung hatten: zu einem Pierre Bourdieu (1930-2002) mit seiner Analyse der franz\u00f6sischen Gesellschaft, die er v.a. in seiner Arbeit \u201cDie feinen Unterschiede\u201c n\u00e4her untersucht hat, zum anderen Gerhard Schulze und seine Arbeit \u201eDie Erlebnisgesellschaft\u201c, mit seiner Analyse der deutschen Gesellschaft hinsichtlich der Genussorientierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Pierre Bourdieu betrachtet das Handeln der Menschen unter dem Aspekt der Relation, bei der alle Regeln, die sich im Alltag beobachten lassen, einen Moment der Unbestimmtheit enthalten, die wiederum das Ausma\u00df der Freiheitsgrade beschreibt, die das praktische Handeln ausmachen. Als Vermittlungsinstanz zwischen dem Individuum und der Gesellschaft verwendet Bourdieu den Habitus, der best\u00e4ndige Teil einer sozialen Logik, die sich in Einstellungen und Verhaltensweisen wiederfindet, der die gesamte Alltagskultur erfasst und eine Art Meta-Instanz darstellt. Wenn also ein Akteur eine Entscheidung bez\u00fcglich eines bestimmten Gutes oder einer bestimmten Aktivit\u00e4t trifft, dann tut er das nicht rein individuell, sondern vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wahrnehmungs- und Bewertungsschemata, die sich auch als sozialisierte Interessen bezeichnen lassen k\u00f6nnen \u2013 immer vorhanden, wenn auch nicht immer bewusst<a href=\"#_ftn23\" id=\"_ftnref23\">[23]<\/a>. Es geht also nicht nur um die Frage, was die Personen konsumieren, sondern auch wie sie dies tun<a href=\"#_ftn24\" id=\"_ftnref24\">[24]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch macht der Habitus die Menschen nicht alle gleich und ihr Handeln auch nicht exakt berechenbar, aber er er\u00f6ffnet Spielr\u00e4ume des Handelns und markiert eine N\u00e4he bzw. Distanz zu unterschiedlichen Dingen und Pr\u00e4ferenzen<a href=\"#_ftn25\" id=\"_ftnref25\">[25]<\/a>. Dabei geht es immer um die Frage, welche \u00e4sthetischen Prinzipien bzw. kulturellen Pr\u00e4ferenzen dem Konsumverhalten zugrundeliegen und welche typischen Konsummuster daraus in bestimmten sozialen Gruppen resultieren<a href=\"#_ftn26\" id=\"_ftnref26\">[26]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bourdieus Gesellschaft erlebt sich vor allem \u00fcber Differenzen, die nach innen das Gef\u00fchl der Identit\u00e4t vermitteln und nach au\u00dfen die Abgrenzung, also Distinktion, von den anderen Gruppen, best\u00e4tigen<a href=\"#_ftn27\" id=\"_ftnref27\">[27]<\/a>. Die Zugeh\u00f6rigkeit zu unterschiedlichen Klassen f\u00fchrt zur Ausbildung verschiedener Habitusformen \u2013 also zu unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bzw. kulturellen Pr\u00e4ferenzen \u2013 und damit in der Folge zu unterschiedlichen Praxisformen, die als Lebensstile konzipiert werden. Bourdieus soziokulturelle Klassentheorie umfasst die herrschende Klasse, die Mittelklasse und die Arbeiter- und Bauernklasse, die sich je nach ihrem \u00f6konomischen und kulturellen Kapital in Form von Bildung, Wissen und Kompetenzen vertikal geschichtet anordnen l\u00e4sst. Zus\u00e4tzlich wird eine horizontale Dimension der Klassenstruktur konzipiert, die die relative Verteilung dieser beiden Kapitalarten abbildet<a href=\"#_ftn28\" id=\"_ftnref28\">[28]<\/a>. Konsum l\u00e4sst auf diese Weise den Geschmack und das kulturelle Kapital eines Akteurs sichtbar werden, und dadurch ist die soziale Einordnung des Konsumenten m\u00f6glich<a href=\"#_ftn29\" id=\"_ftnref29\">[29]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bourdieu betrachtet somit die soziale Herkunft als die zentrale Bestimmungsgr\u00f6\u00dfe und unterscheidet einen Luxusgeschmack der oberen und einen Notwendigkeitsgeschmack der unteren Klassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerhard Schulze hingegen stellt in seiner Analyse die Genussorientierung in den Vordergrund<a href=\"#_ftn30\" id=\"_ftnref30\">[30]<\/a>, wobei sein Zugang durch eine interaktionistische und interpretative Orientierung gepr\u00e4gt ist. Menschen geh\u00f6ren damit nicht nur sozialen Klassen an, sondern suchen sich ihre Interaktionspartner und ihr jeweiliges soziales Milieu auf der Grundlage ihrer subjektiven kulturellen Pr\u00e4ferenzen selbst<a href=\"#_ftn31\" id=\"_ftnref31\">[31]<\/a>. Schulze legt ein Modell vor, das als anti-hierarchisch wahrgenommen werden kann, obwohl die von ihm identifizierten Milieus \u2013 Niveaumilieu an der Spitze, Selbstverwirklichungs- und Integrationsmilieu in der Mitte und Unterhaltungsmilieu am unteren Ende der Hierarchie<a href=\"#_ftn32\" id=\"_ftnref32\">[32]<\/a> &#8211; auch in einen Rahmen vertikaler Ungleichheiten eingef\u00fcgt werden k\u00f6nnen. Schulze betont im st\u00e4rkeren Ma\u00dfe die Wahlm\u00f6glichkeit somit die freiwillige Selektion der Zugeh\u00f6rigkeit zu bestimmten Lebensstilen. Milieus sind \u201ePersonengruppen, die sich durch gruppenspezifische Existenzformen und erh\u00f6hte Binnenkommunikation voneinander abheben\u201c<a href=\"#_ftn33\" id=\"_ftnref33\">[33]<\/a>, die bez\u00fcglich ihrer Zugeh\u00f6rigkeit als ein Bekenntnis zu bestimmten Lebensformen erscheint und \u00fcber ein gemeinsames handlungsrelevantes Wissen verf\u00fcgen, welches aus unterschiedlichen Wertesynthesen resultiert<a href=\"#_ftn34\" id=\"_ftnref34\">[34]<\/a>, wobei, nach Schulze, der Lebensstil einer Person stark durch das Alter bestimmt ist<a href=\"#_ftn35\" id=\"_ftnref35\">[35]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Summe entsteht so die Skizze eines sozialen Raumes, die sich durch eine Milieusegmentierung veranschaulichen l\u00e4sst und f\u00fcr Gesellschaftsmitglieder eine Art kognitiven Kompass darstellt. Dabei geht es vor allem um Ideelles aber auch um eine Vielzahl von Zeichen \u2013 nach Schulze Objekte des Alltags \u2013 denen eine bestimmte Bedeutung zugeschrieben wird<a href=\"#_ftn36\" id=\"_ftnref36\">[36]<\/a>. Deren Dekodierungsf\u00e4higkeit h\u00e4ngt wiederum vom formalen Bildungsgrad des Konsumenten ab<a href=\"#_ftn37\" id=\"_ftnref37\">[37]<\/a>. Schulze meint, dass die Art und Weise, wie Menschen ihr Leben gestalten, weniger zur Beeindruckung Dritter gedacht ist, sondern eine Bedeutung f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Lebensentwurf und damit f\u00fcr eine nach innen gerichtete Orientierung hat<a href=\"#_ftn38\" id=\"_ftnref38\">[38]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Wiswede<a href=\"#_ftn39\" id=\"_ftnref39\">[39]<\/a> ist das Konzept des Konsumstils eine Teilklasse des Lebensstils, die in zweifacher Weise mit dem Konsumgeschehen verkn\u00fcpft ist. Zum einen soll der Lebensstil bestimmte Konsummuster erkl\u00e4ren; zum anderen dazu dienen, \u00e4ltere Formen der Stratifikation, die eher aus der Erwerbssph\u00e4re kommen, zu ersetzen bzw. zu erg\u00e4nzen<a href=\"#_ftn40\" id=\"_ftnref40\">[40]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00f6ssel und Pape<a id=\"_ftnref41\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a> entwickelten ein theoretisches Modell, in dem das menschliche Handeln als das Ergebnis von zwei Filtermechanismen begriffen wird. Einerseits die Opportunit\u00e4tsstruktur, die als die Menge aller m\u00f6glichen Handlungsalternativen verstanden wird und die f\u00fcr den Akteur hinsichtlich der externen Restriktion und der verf\u00fcgbaren Ressourcen zug\u00e4nglich ist; andererseits die kulturelle Pr\u00e4ferenz, die aus der gegebenen Opportunit\u00e4tsstruktur diejenigen Alternativen ausw\u00e4hlt, die den pers\u00f6nlichen Vorlieben des Akteurs entsprechen<a id=\"_ftnref42\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsumverhalten und Sozialstruktur<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier wird zwischen einem Konsumverhalten im engeren und im weiteren sozialen Kontext unterschieden. Zum engeren sozialen Kontext rechnet man die Familie sowie die relevanten Bezugsgruppen, zum weiteren Bezugskreis die Sozialschicht, Subkulturen und die umgreifende Gesamtkultur.<\/p>\n\n\n\n<ul style=\"font-size:18px\"><li><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsumverhalten im engeren sozialen Kontext<\/mark><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich des Einflusses der Familie auf das Konsumverhalten ist zu sagen, dass Kaufentscheidungen und Konsumverwendung h\u00e4ufig im familialen Kontext stattfinden und somit kollektiv, d.h. interaktiv, abgestimmte oder ausgehandelte Entscheidungen darstellen. Diese familialen Interaktionsprozesse m\u00fcnden meist in Rollenverteilungen ein, die gleichsam fertige Muster f\u00fcr die Entscheidungsfindung abgeben Auch tragen sie dadurch zur Erleichterung des Interaktionsprozesses bei, da Ziele und Prozeduren nicht jedesmal neu ausgehandelt werden m\u00fcssen. Dies funktioniert jedoch nur bei G\u00fctern und Dienstleistungen des periodischen Bedarfs; bei teuren und langlebigen G\u00fctern, die nur einmal oder selten angeschafft werden, l\u00e4sst sich dieser Findungsprozess nicht anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>In j\u00fcngeren Untersuchungen wurde auch festgestellt, dass autonome Entscheidungen immer mehr zunehmen und es zu einer st\u00e4rkeren Rollendurchmischung kommt, bei denen die klassischen Rollenmuster verlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Einflussnahme von Bezugspersonen und Bezugsgruppen (Wiswede<a href=\"#_ftn43\" id=\"_ftnref43\">[43]<\/a> z\u00e4hlt dazu &nbsp;Eigen- oder Fremdgruppen), zu denen eine kognitive und\/oder emotionale Beziehung besteht, unterscheidet er unter der normativen und der komparativen Funktion dieser Bezugsgruppen. Erstere erf\u00fcllen die Aufgabe Verhaltensnormen f\u00fcr angemessenes Konsumverhalten zu liefern und nicht angemessenes zu sanktionieren. Die komparative Funktion dient der Validierung eigener Einstellungen, Leistungen und Verhaltensstile. Dadurch erh\u00e4lt das Individuum Informationen \u00fcber die eigene Person und \u00fcber angemessenes Verhalten, womit es eine bestimmte Position im sozialen Raum einnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bezugspersonen fungieren h\u00e4ufig auch als Meinungsf\u00fchrer, und durch ihre Modifizierung und Kanalsierung der Massenmedien als deren Verst\u00e4rker. Dies funktioniert jedoch nur, wenn \u00e4hnliche sozialkulturelle Merkmale, Einstellungen und Lebensstile vorhanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiters unterscheidet die Forschung zwischen positiven und negativen Bezugsgruppen. Die ersteren \u2013 mit denen das Individuum Konformit\u00e4t herstellen m\u00f6chte \u2013 dienen zur Identifizierung; die letzteren werden als Fremdgruppe angesehen, von der es gilt, sich zu distanzieren und abzuheben<a href=\"#_ftn44\" id=\"_ftnref44\">[44]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<ul style=\"font-size:18px\"><li><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsumverhalten im weiteren sozialen Kontext<\/mark><\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beim weiteren sozialen Kontext wird meist von schichtspezifischen, milieuspezifischen oder subkulturspezifischen Konsummustern gesprochen, wobei sich in den j\u00fcngeren Untersuchungen eine Entschichtung abgezeichnet hat, d.h. das Konsumieren ist nicht mehr streng an die Beziehung Soziallage und Konsumverhalten ausgerichtet. Dadurch l\u00f6st sich der bindende Charakter allgemeiner und auch rollenspezifischer Konsumnormen sowie homogener schichtspezifische Konsumstile auf und es f\u00fchrt zu Unterschieden im Verwendungs- und Nutzungsverhalten<a href=\"#_ftn45\" id=\"_ftnref45\">[45]<\/a>, dem eine stratifizierende Funktion zugeschrieben werden muss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verlagerung schichtspezifischer Konsumverhaltensweisen von der Kauf- auf die Verwendungsebene f\u00f6rdert die Bedeutung des \u201eKulturkonsums\u201c, wo der Charakter der \u201eKennerschaft\u201c die blo\u00dfen M\u00f6glichkeiten des Kaufens \u00fcberrundet zu haben scheint. Unterscheidungen zu anderen sozialen Gruppen sind nur noch durch die Betonung subtiler Unterschiede im Rahmen einer \u201eGeschmackskultur\u201c m\u00f6glich, die \u2013 betrachtet man sich das entsprechende Konsummuster \u2013 Individualit\u00e4t und Optionalit\u00e4t ausdr\u00fcckt. Dies l\u00e4sst sich bei Ausweitung des sozial-kulturellen Kontextes auch f\u00fcr l\u00e4ndertypische oder kulturspezifische Konsumverhaltensweisen analysieren, die nach Robertson<a id=\"_ftnref46\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a> zu einer Doppelbewegung gef\u00fchrt hat \u2013 auch \u201eGlokalisierung\u201c genannt \u2013 bei der Universalismus und Partikularismus gleicherma\u00dfen gef\u00f6rdert werden<a id=\"_ftnref47\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsumverhalten und Wertewandel<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Untersuchungen von Wiswede und Engelmann im Jahre 1997 zeigen drei Faktoren des Wertewandels im Konsumbereich auf:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Tendenz der Hedonisierung: Diese tritt am deutlichsten in Erscheinung und reflektiert auf eine Erlebnis- und Genussorientierung im Hier und Jetzt<a href=\"#_ftn48\" id=\"_ftnref48\">[48]<\/a>, die milieu- und altersspezifisch variiert. Jedoch tritt der Hedonismus nicht schrankenlos auf, sondern zeichnet sich durch eine weitgehend kontrollierte und dosierte Genussorientierung aus.<\/li><li>Die Tendenz zur Sublimierung: Hier werden&nbsp; Bourdieus Studien zur Bedeutung der feinen Unterschiede<a href=\"#_ftn49\" id=\"_ftnref49\">[49]<\/a> aufgegriffen. Der Konsument versucht \u00fcber \u201eKennerschaft\u201c, Alltags\u00e4sthetik und Geschmack eine Distinktion zu erlangen, die ihn aufgrund seines Lebens- bzw. Konsumstils einer bestimmten Gruppe bzw. einem Milieu zugeh\u00f6rig zeichnet.<\/li><li>Die Tendenz der Individualisierung: Hier wird einer sozial insolierten, individuellen Biographieplanung Platz gemacht<a href=\"#_ftn50\" id=\"_ftnref50\">[50]<\/a>, bei denen das Individuum nicht mehr in die soziale Struktur eingebettet ist, sondern sich die gesellschaftlichen Vorteile selbst herstellen&nbsp; muss. Dies impliziert jedoch die Chance der Option, aber auch das Risiko des Scheiterns.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Im Konsumbereich wurde die Individualisierungsthese jedoch in einem viel eingeschr\u00e4nkteren Sinn verfolgt. Zwar m\u00f6chte der Mensch einen individuell einzigartigen Konsumstil verfolgen, dies ist ihm jedoch durch Einkommensbegrenzungen nicht m\u00f6glich. Deshalb muss er erzwungenerma\u00dfen individuelle Akzente setzen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Individualisierung tritt auch dann auf, wenn auf Budget\u00e4nderungen nicht proportional, sondern, mit einer sogenannten Bereichsbildung, selektiv reagiert wird, die das eigene Verhalten vom Verhalten anderer Personen m\u00f6glichst deutlich abhebern soll, und damit zwei Hauptmotive des \u201ehybriden\u201c Konsumentenverhaltens befriedigt: erstens die Forderung nach personaler Identit\u00e4t und zweitens die M\u00f6glichkeit zur Gewinnung sozialer Identit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich nun die Genussmoral ver\u00e4ndert und der Geschmack sublimiert wird, sich jedoch die Notwendigkeit ergibt, sich bei Konsumausgaben zu beschr\u00e4nken, tritt das Drei-Stadien-Modell der Wohlstandsgesellschaft in Kraft, wie Yenkelovich 1997 formulierte:<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>Phase: Der Wohlstand ist noch neu und geh\u00f6rt nicht zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Furcht vor Verlust des \u00dcberflusses ist pr\u00e4gend, dadurch Beibehaltung einer konservativen und traditionellen Werteordnung<\/li><li>Phase: Diese wird durch einen sprunghaften Optimismus gekennzeichnet; Erlebnisorientierung, Hedonismus, Individualismus breiten sich aus; im Mittelpunkt steht das Streben nach Selbstausdruck und Selbstverwirklichung.<\/li><li>Phase: Grenzen des Wachstums und Einbr\u00fcche in der Einkommensentwicklung treten auf; jedoch widersteht der eingetretene Wertewandel dieser neuen Entwicklung; der Mensch gibt die neue Werteorientierung nicht auf, sondern versucht auch unter schwierigen Umst\u00e4nden die ver\u00e4nderte Orientierung durch \u201elean-consumption\u201c zu bewahren<a id=\"_ftnref51\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a>.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Konsumverhalten am Beispiel Ern\u00e4hrung<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ern\u00e4hrungspolitik, deren fundamentales Ziel in erster Linie die Nahrungssicherung ist<a id=\"_ftnref52\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a>, versucht auch den Nahrungskonsum der Bev\u00f6lkerung dahingehend zu motivieren, dass der Mensch eine physiologisch optimale Ern\u00e4hrung w\u00e4hlt, die Krankheiten vorbeugt und die Gesundheit f\u00f6rdert<a id=\"_ftnref53\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a>. Die daraus resultierende Verwissenschaftlichung des t\u00e4glichen Essens, setzt jedoch einen Verbraucher voraus, bei dem Essen eine rein rationale Entscheidung ist<a id=\"_ftnref54\" href=\"#_ftn54\">[54]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten wir das Verh\u00e4ltnis Konsumverhalten und Sozialstruktur bezogen auf den Bereich Ern\u00e4hrung, so erkennen Prahl\/Setzwein<a href=\"#_ftn55\" id=\"_ftnref55\">[55]<\/a>, dass das soziale Prestige eines Lebensmittel im Ern\u00e4hrungsverhalten eine gro\u00dfe Rolle spielt, da sich mit der Auswahl der Nahrung soziale Zugeh\u00f6rigkeiten und Grenzen markieren lassen<a href=\"#_ftn56\" id=\"_ftnref56\">[56]<\/a>. Denn Essen und Trinken sind nicht nur ein physiologischer Akt, sondern es handelt sich dabei um kulturelle und soziale Tatsachen, die eine bedeutsame soziale Funktion erf\u00fcllen. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, mehr \u00fcber die soziale Bewertung bestimmter Lebensmittel zu erfahren, was bei den unterschiedlichen sozialen Gruppen unter \u201crichtigem\u201c Essen verstanden wird, und welche Verflechtungen zwischen Ern\u00e4hrungsverhalten und sozialer Ungleichheit vorkommen<a href=\"#_ftn57\" id=\"_ftnref57\">[57]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Essen ist ein Bestandteil des Lebensstils und wird in den Prozess der sozialen Differenzierung durch die Kultivierung von Unterschieden eingebunden<a href=\"#_ftn58\" id=\"_ftnref58\">[58]<\/a>. Durch diese feinen Unterschiede im Essgeschmack, wie auch im gesamten Habitus, soll deutlich gemacht werden, zu welcher sozialen Schicht bzw. Klasse der Konsument gez\u00e4hlt werden m\u00f6chte. Damit wird der Geschmack unter anderem ein Instrument, um Nahrungszeichen zu entziffern und einem bestimmten Essstil zuzuweisen, der als charakteristisch f\u00fcr eine bestimmte soziale Position gilt. Diese, f\u00fcr sozial \u00e4hnlich strukturierte Gesellschaften, typische Esskultur ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gleich und erstaunlich z\u00e4hlebig<a href=\"#_ftn59\" id=\"_ftnref59\">[59]<\/a>, was auch bei sozialen Gruppen zu erkennen ist, die \u00f6konomisch zwar aufsteigen, ihrem Essgeschmack aber treu bleiben<a href=\"#_ftn60\" id=\"_ftnref60\">[60]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel l\u00e4sst sich erkennen, dass die mittleren und oberen Gesellschaftsschichten eher ein Ern\u00e4hrungsverhalten zeigen, dass zu den Vorgaben einer gesunden Ern\u00e4hrung tendiert, w\u00e4hrend in den unterprivilegierten Schichten davon eher abgewichen wird<a href=\"#_ftn61\" id=\"_ftnref61\">[61]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem Fleisch hat eine besondere soziale Bedeutung. Dieses Nahrungsmittel fungiert in unserer Kultur nicht nur als typische Sonn- und Feiertagsspeise und stellt an sich den Inbegriff einer \u201eanst\u00e4ndigen\u201c Mahlzeit dar, sondern dient auch als Ma\u00dfstab f\u00fcr den eigenen sozio\u00f6konomischen Status<a href=\"#_ftn62\" id=\"_ftnref62\">[62]<\/a>. Zum Beispiel variiert der Fleisch- und Wurstverzehr mit dem Bildungsgrad; je h\u00f6her dieser ist, desto geringer ist die konsumierte Menge.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch kann man einen geschlechtsspezifischen Unterschied beim Fleischkonsum erkennen<a href=\"#_ftn63\" id=\"_ftnref63\">[63]<\/a>. Es gibt Nahrung, die als typisch weiblich oder typisch m\u00e4nnlich angesehen wird<a href=\"#_ftn64\" id=\"_ftnref64\">[64]<\/a>. Durch das Meiden oder Bevorzugen bestimmter Nahrungsmittel, wie z.B. Fleisch, werden diese geschlechtsspezifisch besetzt<a href=\"#_ftn65\" id=\"_ftnref65\">[65]<\/a>. Das Geschlecht ist an sich keine nat\u00fcrliche Tatsache, sondern eine soziale Kategorisierung ist, die interaktiv hergestellt und aufrechterhalten wird. Dadurch handeln und verhalten sich weibliche und m\u00e4nnliche Menschen auf eine Weise, die ihr Geschlecht ausdr\u00fccken und von Interaktionspartnern auch so entziffert werden<a href=\"#_ftn66\" id=\"_ftnref66\">[66]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Frauen bei Umfang und Auswahl ihrer Nahrung tendenziell eine gr\u00f6\u00dfere Gesundheitsorientierung zeigen als M\u00e4nner, essen nur ein Viertel der f\u00fcr die NVS<a href=\"#_ftn67\" id=\"_ftnref67\">[67]<\/a> befragten Frauen t\u00e4glich Fleisch, wohingegen der t\u00e4gliche Fleischkonsum bei den M\u00e4nnern zwischen gut einem Drittel und knapp 50 % liegen<a href=\"#_ftn68\" id=\"_ftnref68\">[68]<\/a>. Diese Unterschiede k\u00f6nnen noch nicht im Kindesalter nachgewiesen werden, sondern treten erst als Form der Geschlechtsidentit\u00e4t in der Pubert\u00e4t zu Tage. \u201eFleisch und zwar rotes Fleisch am St\u00fcck und nicht Geschnetzeltes oder Gehacktes, ist <em>das<\/em> typische m\u00e4nnliche Nahrungsmittel\u201c meinen auch Prahl\/Setzwein<a href=\"#_ftn69\" id=\"_ftnref69\">[69]<\/a>. F\u00fcr M\u00e4nner ist es wichtiger, sich von Frauen und den als \u201eweiblich\u201c definierten Verhaltensweisen abzugrenzen, als umgekehrt; auch m\u00e4nnliche Personen, die \u201eweibliche\u201c Ern\u00e4hrungsmuster zeigen, werden mit Argwohn betrachtet<a href=\"#_ftn70\" id=\"_ftnref70\">[70]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man sich Konsumverhalten im weiteren sozialen Kontext, zeigen die National- und&nbsp; Regionalk\u00fcchen, wie eng Essgewohnheiten und soziale Identit\u00e4t miteinander verkn\u00fcpft sind. Sind bestimmte Speisen erst einmal als typisch etabliert, werden die Unmittelbarkeit und Urspr\u00fcnglichkeit gegen eine entfremdete Lebensweise verteidigt<a href=\"#_ftn71\" id=\"_ftnref71\">[71]<\/a>. \u201eSelbst im Zuge zunehmend internationalisierter Marketingsysteme greifen nach wie vor viele Werbekonzepte auf die Heimatkomponente von Nahrungsmitteln zur\u00fcck (Sandgruber, 1997: 181), um damit die Illusion von Urspr\u00fcnglichkeit und Unverf\u00e4lschtheit zu erwecken\u201c, so Prahl und Setzwein<a href=\"#_ftn72\" id=\"_ftnref72\">[72]<\/a>. Dies zeigt sich auch bei der europ\u00e4ischen \u201eSpezialit\u00e4ten\u201c-Verordnung, die neben dem Namen auch die Rezeptur von Lebensmittel sch\u00fctzen soll, wenn diese sich durch traditionelle Merkmale auszeichnet<a href=\"#_ftn73\" id=\"_ftnref73\">[73]<\/a>. Abgeleitet wird das von einem sozialen Konsens bez\u00fcglich der Lebensmittelverarbeitung, die auf der unstrittigen, weil kulturell gemeinsam geteilten \u00dcberzeugung basiert, dass das, was \u201enat\u00fcrlich\u201c ist und traditionell hergestellt wurde, als gesundheitlich unbedenklich angesehen wird. Hier spielt vor allem das kulturelle Vertrauen in die traditionelle Lebensmittelproduktion und die \u201etypischen Ingredienzien\u201c der Region eine wichtige Rolle<a href=\"#_ftn74\" id=\"_ftnref74\">[74]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich Bourdieus Kategorisierung in Luxus- bzw. Notwendigkeitsgeschmack zuwendet, so kann dessen fundamentaler Gegensatz durch die Gegen\u00fcberstellung von Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t, Materie und Manier, Substanz und Form charakterisiert werden. Dies ist zum Beispiel beim Essstil gut zu beobachten: Der \u201efreim\u00fctige und ungezwungene\u201c Essstil der unteren sozialen Schicht, mit ihrer Vorliebe f\u00fcr Suppen, So\u00dfen, Nudeln und Kartoffeln, steht der Essstil der Wohlhabenden gegen\u00fcber, der mehr darum bem\u00fcht ist formvollendetes Essen \u2013 mit Speisen aus relativ teuren Lebensmittel, die jedoch mit geringem Zeitaufwand und minimalen h\u00e4uslichen Arbeitseinsatz hergestellt wurden<a href=\"#_ftn75\" id=\"_ftnref75\">[75]<\/a> \u2013 durch Disziplinierung und Triebunterdr\u00fcckung zu zelebrieren<a href=\"#_ftn76\" id=\"_ftnref76\">[76]<\/a>. Der Luxusgeschmack ist damit ein Instrument, der nicht nur soziale Distinktion von \u00f6konomisch und kulturell privilegierten Lagen ausdr\u00fcckt, sondern auch eine Ressource f\u00fcr symbolisches Kapital. Damit wird unter anderem gezeigt, was gesellschaftlich legitim und richtig ist, wobei der Notwendigkeitsgeschmack zu einer Lebensart geh\u00f6rt, die gesellschaftlich als illegitim und moralisch nicht akzeptierbar bewertet wird<a href=\"#_ftn77\" id=\"_ftnref77\">[77]<\/a>. Auch von der Ern\u00e4hrungsberatung wird der Notwendigkeitsgeschmack nicht als solches akzeptiert, sondern sie empfiehlt eine Ern\u00e4hrung, die dem Luxusgeschmack \u00e4hnelt und ihn gegen\u00fcber dem Notwendigkeitsgeschmack als minderwertig zum Luxusgeschmack ansieht<a href=\"#_ftn78\" id=\"_ftnref78\">[78]<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das entscheidende Kriterium ist jedoch, ob es sich beim Notwendigkeitsgeschmack tats\u00e4chlich um einen gew\u00e4hlten Geschmack handelt, oder eher um eine mehr oder weniger aufgezwungene Essweise, die durch den Geldbeutel im Kochtopf regiert wird.&nbsp; Denn, wenn keine Chance zur Geschmackswahl besteht, kann man dann noch von Geschmack reden? Und, wenn die Chance zur Stilisierung sehr gering ist, kann man dann noch von Lebensstil sprechen<a href=\"#_ftn79\" id=\"_ftnref79\">[79]<\/a>?<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngere Beitr\u00e4ge untersuchen den Zusammenhang von Ern\u00e4hrung und Armut, wobei der Verzicht auf Fleisch als dessen Zeichen gilt. Hierbei wird zwischen materieller und sozialer Ern\u00e4hrungsarmut unterschieden<a href=\"#_ftn80\" id=\"_ftnref80\">[80]<\/a>. Laut Prahl\/Setzwein<a href=\"#_ftn81\" id=\"_ftnref81\">[81]<\/a> liegt materielle Ern\u00e4hrungsarmut vor, wenn der Nahrungsbedarf weder quantitativ noch qualitativ gedeckt werde kann, egal ob dies durch einen Mangel an finanziellen Ressourcen oder aufgrund eines Mangels von Nahrungsmitteln hervorgerufen wird. Bei der sozialen Ern\u00e4hrungsarmut m\u00fcssen Lebensmittelkategorien gew\u00e4hlt werden, die einen eher niedrigen sozialen Status haben. Ebenso ist es f\u00fcr die Betroffenen schwierig kulturelle Mahlzeitmuster einzuhalten. Diese soziale Dimension der Ern\u00e4hrungsarmut wird von den Betroffenen oft als schwerwiegender angesehen, als die materiellen Einschr\u00e4nkungen. Auch hat ihre Umwelt spezifische Erwartungen an diese&nbsp; Gruppe von Menschen: Nicht nur, dass sie daf\u00fcr sorgen sollen, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, sollen sie sich vor allem ihrer sozialen Lage gem\u00e4\u00df verhalten, womit eine \u201eangemessenes\u201c Ern\u00e4hrungsverhalten erwartet wird, dessen Eckpfeiler die Reduzierung der Kost auf Grundnahrungsmittel, Sonderangebote und Artikel aus Billigdiscountern darstellen<a href=\"#_ftn82\" id=\"_ftnref82\">[82]<\/a>. \u201eWer arm ist, so l\u00e4\u00dft sich zusammenfassen, darf also seinen Verzehr nur am physiologisch Notwendigen orientieren [\u2026] Soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung, Zerbrechen sozialer Beziehungen und famili\u00e4rer Bindungen, aber auch das subjektive Mangelgef\u00fchl, das zu E\u00dfst\u00f6rungen f\u00fchren kann, sind Folgen <em>sozialer Ern\u00e4hrungsarmut<\/em>.\u201c<a href=\"#_ftn83\" id=\"_ftnref83\">[83]<\/a>, um nur einen der vielschichtigen Unterschiede zwischen und innerhalb der Sozialschichten zu nennen<a href=\"#_ftn84\" id=\"_ftnref84\">[84]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch ist das Einkommen alleine kein zuverl\u00e4ssiger Indikator f\u00fcr die Ern\u00e4hrungsweise bestimmter Sozialschichten; viel bedeutender ist die Verf\u00fcgung \u00fcber kulturelles Kapital, welches im Sozialisationsprozess inkorporiert wird<a href=\"#_ftn85\" id=\"_ftnref85\">[85]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Auspr\u00e4gungsh\u00f6he dieses Kapitals kann auch entscheidend f\u00fcr den n\u00e4chsten wichtigen Bereich sein: den nachhaltigen Konsum.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:23px\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Nachhaltiger Konsum \u2013 eine Begriffserkl\u00e4rung<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Konsum \u2013 so wie wir ihn heute kennen \u2013 verursacht, sowohl in individueller als auch in kollektiver Hinsicht, eine Vielzahl von ungewollten Nebenfolgen, die mit dem Wachstum der \u201eglobalen Verbraucherklasse\u201c zunehmen. Vor allem Umweltverschmutzung aber auch Ressourcenverknappung werden zu einer (\u00fcber)lebenswichtigen globalen Herausforderung, der mit Hilfe von nachhaltiger Entwicklung in Form einer Ver\u00e4nderung von Konsummustern entgegengetreten werden soll. Doch was ist nun unter Nachhaltigkeit, vor allem im Bezug auf den Konsum, zu verstehen<a href=\"#_ftn86\" id=\"_ftnref86\">[86]<\/a>?<\/p>\n\n\n\n<p>Nachhaltiger Konsum l\u00e4sst sich in zwei Stufen unterscheiden: nachhaltiger Konsum im weiteren und im engeren Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Ersterer beinhaltet Handlungen, welche die sozial-\u00f6kologischen Probleme im Vergleich zu konventionellem Konsum verringern helfen, ohne den individuellen Nettonutzen extrem zu schm\u00e4lern, wie z.B. beim Kauf von Bio-Lebensmittel, aber auch ohne neue Problemlagen entstehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter nachhaltigem Konsum im engeren Sinn, die eine Teilmenge von nachhaltigem Konsum im weiteren Sinn darstellt, ist jene Art des Konsums zu verstehen, die inter- und intragenerational verallgemeinerbar f\u00fcr alle Menschen ist, ohne das Ziel der Nachhaltigkeit zu gef\u00e4hrden, wobei unter einer starken und schwachen Verallgemeinerbarkeit unterschieden werden kann. Hierbei steht vor allem die absolute Zielerreichung im Gegensatz zur relativen Verbesserung gegen\u00fcber dem Status quo beim nachhaltigen Konsum im weiteren Sinn im Vordergrund<a href=\"#_ftn87\" id=\"_ftnref87\">[87]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bestehen drei Strategien f\u00fcr die Realisierung von nachhaltigem Konsum:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Effizienz: Diese beinhaltet die Dematerialisierung von Produkten und Dienstleistungen, wobei der gleiche Nutzen bei geringem Energie- und Materialverbrauch erreicht werden soll.<\/li><li>Die Konsistenz: Diese orientiert sich am nat\u00fcrlichen Stoffwechselkreislauf, wobei Abfallstoffe wieder den Ausgangspunkt f\u00fcr neue Produkte darstellen sollen<a href=\"#_ftn88\" id=\"_ftnref88\">[88]<\/a><\/li><li>Die Suffizienz: Diese zielt auf die Ver\u00e4nderung von Werten und Bed\u00fcrfnissen<a href=\"#_ftn89\" id=\"_ftnref89\">[89]<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beim modernen Konsumverhalten in gegenw\u00e4rtigen Gesellschaften stehen jedoch vor allem die drei eng miteinander verbundenen Prinzipien des modernen Konsums im Mittelpunkt: die \u00c4sthetisierung, der Hedonismus und die Uners\u00e4ttlichkeit<a href=\"#_ftn90\" id=\"_ftnref90\">[90]<\/a>. Sie resultieren aus einem Konsumverhalten, das nicht von instrumentellen Orientierungen ausgel\u00f6st wird, sondern sich an \u00e4sthetischen bzw. kulturellen Pr\u00e4ferenzen ausrichtet<a href=\"#_ftn91\" id=\"_ftnref91\">[91]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4sthetisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier handelt es sich um eine Sinnwahrnehmung, die alle leiblichen Sinne und Erlebnisse einbezieht. Dadurch kommt es zu einer \u00c4sthetisierung des Alltagslebens und einer zunehmenden Erlebnisorientierung in Konsum und Freizeit. Das Individuum orientiert sich weniger an \u00e4u\u00dferen Gegebenheiten, sondern mehr an seinen inneren \u00e4sthetischen Motiven.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hedonismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung einer Entwicklung von modernem Hedonismus im Konsumverhalten ist eng mit dem Konzept der \u00c4sthetisierung des Konsums verbunden. Colin Campbell<a href=\"#_ftn92\" id=\"_ftnref92\">[92]<\/a> meint, dass dieser moderne Hedonismus zunehmend auf emotionale Zust\u00e4nde ausgerichtet ist, die einen hohen Erregungsgrad versprechen. Der moderne Konsum weist eine idealistische Dimension auf, die von \u00e4sthetischen Empfinden des Einzelnen abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Uners\u00e4ttlichkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Individuum ver\u00e4ndert seinen Konsum in qualitativer aber auch in quantitativer Weise, bis hin zur Uners\u00e4ttlichkeit. Nach Gerhard Schulze<a href=\"#_ftn93\" id=\"_ftnref93\">[93]<\/a> kann Konsum per se die Bed\u00fcrfnisse jedoch nur partiell befriedigen, was zu einer permanenten S\u00e4ttigung der Nachfrage nach Konsumerlebnissen f\u00fchrt. Der Markt bietet dem modernen Konsumenten pausenlos neue Erlebnisse an, an die sich das Individuum jedoch rasch gew\u00f6hnt. Die Folge ist eine abnehmende Qualit\u00e4t des Erlebnisses, die mit steigernder Quantit\u00e4t zu kompensieren versucht wird.&nbsp; Campbell<a href=\"#_ftn94\" id=\"_ftnref94\">[94]<\/a> sieht dies \u00e4hnlich: Der moderne Konsument kann zwar nur aus realen Erlebnissen und G\u00fctern echte Befriedigung sch\u00f6pfen, benutzt aber Tagtr\u00e4ume, um einen behaglichen Gef\u00fchlszustand herzustellen. Dadurch erscheint jedoch das reale Leven langweiliger, was neue Tagtr\u00e4ume zur Folge hat, die letztendlich zur Desillusionierung f\u00fchren. Dadurch entsteht eine Erwartungs-Entt\u00e4uschungsspirale; ein unabl\u00e4ssiges Streben nach neuen Erlebnissen, die angenehme Emotionen versprechen<a href=\"#_ftn95\" id=\"_ftnref95\">[95]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wird der heutige Konsument als ein Individuum angesehen, dem die F\u00e4higkeit zur Selektion fehlt, der \u00fcber seine tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse nicht gen\u00fcgend reflektiert, der zu leichtfertig und gutgl\u00e4ubig handelt und sich nicht angemessen informiert<a href=\"#_ftn96\" id=\"_ftnref96\">[96]<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um jedoch die Problematiken in den Griff bekommen zu k\u00f6nnen, wird angenommen, dass der Verbraucher durch Aufkl\u00e4rung und Information zu einem \u201everantwortlichen\u201c Konsumenten gemacht werden kann. Ihm kommt damit eine Schl\u00fcsselrolle in der Verbreitung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster zu. Er sollte in der Lage sein, das Marktgeschehen durch eine an seine individuellen Bed\u00fcrfnisse orientierten Kaufentscheidung so zu steuern, dass ein Konsum gef\u00f6rdert wird, der auch die kollektiven, \u00f6kologischen und sozialen Folgen dieses individuellen Konsums ber\u00fccksichtigt<a href=\"#_ftn97\" id=\"_ftnref97\">[97]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hoffnungen, die damit in den Verbraucher als alleinigen Motor f\u00fcr nachhaltigen Konsum gesetzt werden, sind weit \u00fcberzogen. Denn eine nachhaltige Ver\u00e4nderung von Konsummustern erfordert einen komplexen, koordinierten Mix verschiedener Strategien und Steuerungsinstrumente, die auch untereinander eine Passung aufweisen<a href=\"#_ftn98\" id=\"_ftnref98\">[98]<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie n\u00e4herer Untersuchungen ergeben haben, kann es nur durch das Zusammenspiel der f\u00fcnf zentralen Einflussebenen auf das Konsumverhaltens Verbesserungen im Sinne einer Nachhaltigkeit geben:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Makrostrukturelle Trends (inkl. Technikentwicklung)<\/li><li>\u00d6ffentliche Kommunikation und Problemdiskurse<\/li><li>Politische Regulierung und Steuerung<\/li><li>Alltagskulturelle Kontexte<\/li><li>Interkation von Marktangebot, Konsum und technischen Versorgungssystemen auf der Ebene individueller Haushalte<a href=\"#_ftn99\" id=\"_ftnref99\">[99]<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Sozialwissenschaften k\u00f6nnen f\u00fcr einige Punkte zu den oben beschriebenen Modell wichtige Beitr\u00e4ge zu einer transdisziplin\u00e4ren problem- und akteursorientierten Nachhaltigkeitsforschung leisten und damit den Weg zu Modellen ebnen, die verst\u00e4ndlich machen, warum Akteure so handeln, wie sie es tun. Wichtige Grundvoraussetzung daf\u00fcr ist, laut Stie\u00df und G\u00f6tz<a href=\"#_ftn100\" id=\"_ftnref100\">[100]<\/a>, das Verst\u00e4ndnis, dass die Alltagspraxis weder verstanden noch ver\u00e4ndert werden kann, wenn die dahinter stehenden Orientierungen, W\u00fcnsche und Motivationen nicht verstanden werden<a href=\"#_ftn101\" id=\"_ftnref101\">[101]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Literaturverzeichnis<\/mark><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Barl\u00f6sius, Eva: E\u00dfbar oder nicht essbar? Die Nahrung als kulturelles und soziales Zeichen. In: dies.: Soziologie des Essens, Weinheim\/ M\u00fcnchen: Juventa Verlag 1999, S. 109-122<\/p>\n\n\n\n<p>Barl\u00f6sius, Eva: Soziologie des Essens. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einf\u00fchrung in die Ern\u00e4hrungsforschung, Weinheim\/M\u00fcnchen: Juventa Verlag 1999, S. 201-242 (Kap. Ern\u00e4hrungspolitik und Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln)<\/p>\n\n\n\n<p>Belz, Frank-Martin\/Bilharz, Michael: Nachhaltiger Konsum, geteilte Verantwortung und Verbraucherpolitik: Grundlagen. In: Belz, Frank-Martin u.a. (Hrsg.): Nachhaltiger Konsum und Verbraucherpolitik im 21. Jahrhundert, Marburg: Metropolis 2007, S. 21-52<\/p>\n\n\n\n<p>Brand, Karl-Werner: Konsum im Kontext. Der &#8222;verantwortliche Konsument&#8220; &#8211; ein Motor nachhaltigen Konsums? In: Lange, Hellmuth (Hg.): Nachhaltigkeit als radikaler Wandel. Die Quadratur des Kreises?, Wiesbaden: Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften 2008, S. 71-93.<\/p>\n\n\n\n<p>Eder, Franz X.: Geschichte des Konsumierens \u2013 Ans\u00e4tze und Perspektiven der (historischen) Konsumforschung. In: Breuss, Susanne\/ Eder, Franz X. (Hg.): Konsumieren in \u00d6sterreich. 19. und 20. Jahrhundert, Innsbruck\/Wien\/Bozen: Studienverlag 2006, 9-41<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00e4ckel, Michael: Einf\u00fchrung in die Konsumsoziologie, Wiesbaden: Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften 2004, S. 180-190 (&#8222;rivalisierende K\u00e4mpfe?&#8220; &#8211; die Lebensstilforschung)<\/p>\n\n\n\n<p>Karmasin, Helene: Produkte als Botschaften, Wien: Ueberreuter 1993, 189-194 und 220-252<\/p>\n\n\n\n<p>Prahl, Werner\/Setzwein, Monika: Soziologie der Ern\u00e4hrung, Kap. 3 (Sozialstrukturelle Dimensionen von Ern\u00e4hrung), Opladen: Leske+Budrich 1999, 63-87 (Referat)<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00f6ssel, J\u00f6rg\/Pape, Simone: Lebensstile und Konsum. In: Beckert, Jens\/ Deutschmann, Christoph (Hg.): Wirtschaftssoziologie, K\u00f6lner Zeitschrift f\u00fcr Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft 49\/2009, S. 344-365<\/p>\n\n\n\n<p>Schneider, Norbert F.: Konsum und Gesellschaft. In: Rosenkranz, Doris\/Schneider, Norbert F. (Hrsg.): Konsum. Soziologische, \u00f6konomische und psychologische Perspektiven, Opladen: Leske+Budrich 2000, 9-22<\/p>\n\n\n\n<p>Stie\u00df, Immanuel\/G\u00f6tz, Konrad: Nachhaltigere Lebensstile durch zielgruppenbezogenes Marketing? In: Rink, Dieter (Hg.): Lebensstile und Nachhaltigkeit Konzepte, Befunde und Potentiale, Opladen: Leske+Budrich 2002, 247-263<\/p>\n\n\n\n<p>Wiswede, G\u00fcnter: Konsumsoziologie \u2013 Eine vergessene Disziplin. In: Rosenkranz, Doris\/Schneider, Norbert F. (Hrsg.): Konsum. Soziologische, \u00f6konomische und psychologische Perspektiven, Opladen: Leske+Budrich 2000, 23-29 und 35-72 (Referat)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 48<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> vgl. Eder (2006), S. 11<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 24<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> vgl. Eder (2006), S. 12<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> vgl. Schneider (2000), S. 12<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 345<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> vgl. Schneider ( 2000), S. 9<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> vgl. Eder (2006), S. 13<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> vgl. Schneider (2000), S. 9f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> (2000)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 53 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> vgl. Schneider (2000), S. 10f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> vgl. Schneider (2000), S. 14<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 26f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> (2006)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> vgl. Eder (2006), S. 15f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> vgl. Schneider (2000), S. 15f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> vgl. Karmasin (1993), S. 189 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a> vgl. Karmasin (1993), S. 223<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 25<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\">[21]<\/a> Zapf u.a. 1987, S. 14 in J\u00e4ckel (2004), S. 180<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\">[22]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 180<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" id=\"_ftn23\">[23]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 180 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" id=\"_ftn24\">[24]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 355<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" id=\"_ftn25\">[25]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 182<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\" id=\"_ftn26\">[26]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 355<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\" id=\"_ftn27\">[27]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 181 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref28\" id=\"_ftn28\">[28]<\/a> vgl. Bourdieu 1987: 279 in R\u00f6ssel\/Pape (2004), S. 355f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\" id=\"_ftn29\">[29]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 355f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\" id=\"_ftn30\">[30]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 182f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\" id=\"_ftn31\">[31]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 357<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref32\" id=\"_ftn32\">[32]<\/a> vgl. M\u00fcller, 1993, S. 779 in J\u00e4ckel (2004), S. 184<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\" id=\"_ftn33\">[33]<\/a> Schulze, 1992, S. 174<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\" id=\"_ftn34\">[34]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 183 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\" id=\"_ftn35\">[35]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 357<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref36\" id=\"_ftn36\">[36]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 185<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref37\" id=\"_ftn37\">[37]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 357<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref38\" id=\"_ftn38\">[38]<\/a> vgl. J\u00e4ckel (2004), S. 187<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref39\" id=\"_ftn39\">[39]<\/a> (2000)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref40\" id=\"_ftn40\">[40]<\/a> vgl. Sobel, 1981 in Wiswede (2000), S. 50f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref41\" id=\"_ftn41\">[41]<\/a> (2009)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref42\" id=\"_ftn42\">[42]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 347<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref43\" id=\"_ftn43\">[43]<\/a> (2000)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref44\" id=\"_ftn44\">[44]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 35 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref45\" id=\"_ftn45\">[45]<\/a> vgl. H\u00f6rning 1970; Wiswede 1972 in Wiswede (2000), S. 38<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref46\" id=\"_ftn46\">[46]<\/a> (1995)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref47\" id=\"_ftn47\">[47]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 38 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref48\" id=\"_ftn48\">[48]<\/a> G\u00fcter und Dienstleistungen werden danach beurteilt, in wie weit man mit ihnen ein sch\u00f6nes, erlebnisreiches Leben realisieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref49\" id=\"_ftn49\">[49]<\/a> (1982)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref50\" id=\"_ftn50\">[50]<\/a> vgl. Beck 1996 in Wiswede (2000), S. 60<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref51\" id=\"_ftn51\">[51]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 59 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref52\" id=\"_ftn52\">[52]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 215<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref53\" id=\"_ftn53\">[53]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 205<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref54\" id=\"_ftn54\">[54]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 224<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref55\" id=\"_ftn55\">[55]<\/a> (1999)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref56\" id=\"_ftn56\">[56]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 70<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref57\" id=\"_ftn57\">[57]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 66f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref58\" id=\"_ftn58\">[58]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 224<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref59\" id=\"_ftn59\">[59]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 109f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref60\" id=\"_ftn60\">[60]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 113<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref61\" id=\"_ftn61\">[61]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 68<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref62\" id=\"_ftn62\">[62]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 70f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref63\" id=\"_ftn63\">[63]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 77<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref64\" id=\"_ftn64\">[64]<\/a> vgl. B\u00e4rl\u00f6sius (1999), S. 109<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref65\" id=\"_ftn65\">[65]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 77 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref66\" id=\"_ftn66\">[66]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 69<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref67\" id=\"_ftn67\">[67]<\/a> Nationale Verzehrstudie (Zwischen 1985 und 1989 f\u00fchrten 23.000 Personen eine Woche lang ein Ern\u00e4hrungs-&nbsp;&nbsp; und T\u00e4tigkeitsprotokoll, inkl. Zufallsstichprobenauswahl mit Strukturinterviewf\u00fchrung)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref68\" id=\"_ftn68\">[68]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 77<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref69\" id=\"_ftn69\">[69]<\/a> (1999), S. 79<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref70\" id=\"_ftn70\">[70]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 80f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref71\" id=\"_ftn71\">[71]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 84f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref72\" id=\"_ftn72\">[72]<\/a> (1999), S. 85<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref73\" id=\"_ftn73\">[73]<\/a> Klein 1993 in Barl\u00f6sius (1999), S. 215<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref74\" id=\"_ftn74\">[74]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 211<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref75\" id=\"_ftn75\">[75]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 115<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref76\" id=\"_ftn76\">[76]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 113<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref77\" id=\"_ftn77\">[77]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 116f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref78\" id=\"_ftn78\">[78]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 76<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref79\" id=\"_ftn79\">[79]<\/a> vgl. Barl\u00f6sius (1999), S. 116<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref80\" id=\"_ftn80\">[80]<\/a> Feichtinger, 1995f: 295 in Prahl\/Setzwein (1999), S. 71<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref81\" id=\"_ftn81\">[81]<\/a> (1999)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref82\" id=\"_ftn82\">[82]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 71 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref83\" id=\"_ftn83\">[83]<\/a> Prahl\/Setzwein (1999), S. 73<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref84\" id=\"_ftn84\">[84]<\/a> vgl. Prah\/Setzwein (1999), S 73<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref85\" id=\"_ftn85\">[85]<\/a> vgl. Prahl\/Setzwein (1999), S. 76<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref86\" id=\"_ftn86\">[86]<\/a> vgl. Belz\/Bilharz (2007), S. 21f.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref87\" id=\"_ftn87\">[87]<\/a> vgl. Belz\/Billharz (2007), S. 27f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref88\" id=\"_ftn88\">[88]<\/a> Renner 2004, S. 217 in Belz\/Billharz (2007), S. 34<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref89\" id=\"_ftn89\">[89]<\/a> vgl. Belz\/Billharz (2007), S. 33f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref90\" id=\"_ftn90\">[90]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 351<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref91\" id=\"_ftn91\">[91]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 355<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref92\" id=\"_ftn92\">[92]<\/a> (1997: 508 \u2013 510) in R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 352<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref93\" id=\"_ftn93\">[93]<\/a> (1992: 63 \u2013 67) in R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 353<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref94\" id=\"_ftn94\">[94]<\/a> (1997: 510 \u2013 513) in R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 353<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref95\" id=\"_ftn95\">[95]<\/a> vgl. R\u00f6ssel\/Pape (2009), S. 352f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref96\" id=\"_ftn96\">[96]<\/a> vgl. Wiswede (2000), S. 64<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref97\" id=\"_ftn97\">[97]<\/a> vgl. Brand (2008), S. 71 ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref98\" id=\"_ftn98\">[98]<\/a> vgl. Brand (2008), S. 89<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref99\" id=\"_ftn99\">[99]<\/a> vgl. Brand (2008), S. 78<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref100\" id=\"_ftn100\">[100]<\/a> (2002)<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn101\" href=\"#_ftnref101\">[101]<\/a> vgl. Stie\u00df\/G\u00f6tz (2002), S. 261f.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:15px\"><strong><em>Stand 2011<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der sozialwissenschaftliche Zugang zum Thema Konsum\/Produkt von Verena Gr\u00fcnwald Einf\u00fchrung Konsum hat heute nur noch zu einem geringen Teil mit der Befriedigung lebensnotwendiger Bed\u00fcrfnisse zu tun, da die G\u00fcter und ihr Konsum eher f\u00fcr einen Ausdruck gesellschaftlicher Ambition und Mobilit\u00e4t stehen; sie symbolisieren damit neue Ausdrucksm\u00f6glichkeiten und Lebensstile[1]. Doch was verstehen wir eigentlich unter Konsum<\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/be-co\/wissenschaftliche-arbeiten\/fachspezifische-arbeiten-be-co\/produkte-und-konsument-innen\/\" class=\"themebutton\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1222,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1242"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1242"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1244,"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1242\/revisions\/1244"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verenagruenwald.com\/WP\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}